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Der Begriff britische Lebensversicherung bezeichnet eine Vielzahl verschiedener Lebensversicherungs- und Rentenversicherungsprodukte , die von Versicherungsgesellschaften mit Sitz in Großbritannien angeboten werden. Im Rahmen des EU- Binnenmarktes für Versicherungen dürfen solche Produkte auch Bürgern anderer Mitgliedsstaaten der EU vermittelt werden, entweder direkt aus Großbritannien oder über eine Zweigstelle des Versicherungsgesellschaft in demjenigen Mitgliedsstaat.
Der britische Lebensversicherungsmarkt hat einen Anteil von knapp 20 % am EU- Versicherungsmarkt und ist so der größte Teilmarkt in Europa sowie der drittgrößte weltweit. Die Versicherungsesellschaften arbeiten insgesamt mit etwa 1.000.000.000.000 britische Pfund und zahlen am Tag durchschnittlich 245 Mio. britische Pfund an Leistungen aus und halten als Investoren ca. 20% der britischen Aktien. Diese Verträge werden zur Kapitalanlage,der privaten Altersvorsorge oder zur Darlehensabsicherung abgeschlossen. Hierbei werden kapitalbildende Lebensversicherungen mit der britischen Form der Überschussbeteiligung (With-Profit Endowments) oder auch meist fondsgebundene Lebensversicherungen angeboten. Seit neuestem nehmen komplexe Mischversicherungen immer mehr zu.
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Der wesentliche Unterschied von einer britischen Lebensversicherung zu den meisten europäischen Versicherungsgesellschaften besteht in der Kapitalanlage. Durch EU- Vorschriften sind die rechtlichen Grundregeln zwar in allen Mitgliedsstaaten der EU im Grunde gleich. Aber kontinentaleuropäische Lebensversicherer bieten meist relativ hohe garantierte Ablaufleistungen an. In manchen Ländern, wie Deutschland seit ´08, müssen die Rückkaufswerte von jedem Anbieter, also auch von britischen Versicherungsgesellschaften, während der Laufzeit der Höhe nach zugesichert werden. Britische Lebensversicherungen haben nur relativ geringe Garantien und diese auch nur zum Ablauf. Rückkaufswerte werden in der Regel nicht garantiert. Dadurchhaben britischen Lebensversicherern eine imens hohe Flexibilität bei der Anlage des Kapitales und diese können somit in wesentlich größerem Umfang in stark volatile Kapitalanlagen wie z.B. Aktien investieren, aber nur im Rahmen der europaweit geltenden Obergrenze von 35 Prozent der gesamten Kapitalanlagen.
Durch diese Anlagepolitik erzielten einzelne britische Lebensversicherer relativ hohe Kapitalanlagerenditen , die im Rahmen der Überschussbeteiligung zum Teil den Versicherungsnehmern zugute kommen. Leider sind die Renditen solch einer Kapitalanlage sehr volatil und unvorhersehbar. Besonders bei kürzeren Laufzeiten in Zeiten der Börsenkonjunktur haben einige britische Versicherungsgesellschaften wesentlich höhere Renditen erwirtschaftet als traditionelle kontinentaleuropäische. Es gab aber auch Versicherer mit wesentlich schlechteren Ergebnissen. Selbst durch in Deutschland übliche längere Laufzeiten von zwei bis drei Jahrzehnten oder länger gleichen sich solche Ergebnisse nicht aus. Es gibt keine Beweise, dass sich so langfristig bessere Ergebnisse erzielen lassen, als durch die sicherheits- und verlässlichkeitsorientierte kontinentaleuropäische übliche Vorgehensweise.